Umgang mit Kritik

Fehlerfreundlichkeit, Kritikfähigkeit und eine solidarische Feedbackkultur stellt sich als wesentlicher Bestandteil tragfähiger Selbstorganisation heraus. Aber Kritik zu geben oder zu empfangen ist für uns oft schwierig und führt schnell zu Konflikten. Wir fühlen uns, wenn wir kritisiert werden, angegriffen oder handlungsunfähig. Oder, wenn wir kritisieren, haben wir das Gefühl, wir laufen gegen Wände und unsere Kritik wird überhaupt nicht gehört.

Warum reagieren wir meist mit negativen Emotionen, obwohl Kritik doch persönliche Lernprozesse in Gang setzen kann?

Kritik geben und annehmen passiert nicht in einem neutralen Raum – gesellschaftliche und interpersonelle Machtstrukturen wirken auch hier. Es ist relevant, wer kritisiert und aus welcher Perspektive.

Als Ausgangspunkt reflektieren wir im Workshop unser Verständnis von Kritik und unsere eigene gesellschaftliche Positionierung innerhalb von diskriminierenden und privilegierenden Strukturen. Ausgehend von der eigenen Positionierung können wir uns fragen „welche Erfahrungen mache ich? Welche Erfahrungen mache ich nicht?“ und unsere Sichtweise als eine von mehreren Perspektiven einordnen.

Anhand von alltäglichen Situationen, in denen Kritik an Aussagen oder Verhaltensweisen geübt wurde, erarbeiten wir, mit welchen emotionalen Affekten wir üblicherweise auf Kritik reagieren – und warum; um anschließend gemeinsam zu überlegen, wie ein Umgang mit Kritik aussehen könnte, um aus Situationen zu lernen. Die Angst davor zu verlieren, kritisiert zu werden oder Kritik zu geben kann uns selbst und unsere Gruppe resilienter machen und nachhaltig stärken.