Feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung

Vorab: In einer gerechten Welt müssten wir diese Workshops gar nicht anbieten.
Doch wir leben im Patriarchat, das Frauen und queere Menschen in eine ängstliche und anpassende Haltung bringt. Uns wird beigebracht nicht aufzufallen, lieb zu sein und Angst vor öffentlichen Räumen zu haben. Diese Haltung und die Strukturen müssen wir nicht hinnehmen, wir können sie verändern.


Selbstbehauptung bedeutet, den eigenen Wert und die eigenen Grenzen zu kennen. Oft spürt unser Bauchgefühl, unsere „innere Ampel“ sehr schnell, wenn Situationen unangenehm und unsere Grenzen überschritten werden. Patriarchale Sozialisation hat uns allerdings beigebracht auszuhalten und mitzuspielen. Dem wollen wir uns entgegen setzen und den Zugang zu unserer „inneren Ampel“ stärken. Wir trainieren unsere Stimme, das Nein sagen und Grenzen setzen. Wir schauen uns wertschätzend unsere unterschiedlichen Strategien an, um mit grenzverletzenden Situationen umzugehen. Denn jede Person hat bereits wirkungsvolle Umgangsstrategien, die wir in den Workshops gemeinsam erweitern möchten.

Durch das Üben von Selbstverteidigungstechniken können wir außerdem erfahren, dass wir alle dazu in der Lage sind, uns körperlich zu wehren. Diese Techniken sind einfach zu lernen und sehr wirkungsvoll. Ausgangspunkt ist eine sichere Grundhaltung. Von da aus können wir Schläge, Tritte, Handgelenksbefreiungen und weiteres trainieren.

Den Einsatz von Stimme und Körper verknüpfen wir auch mit einer inhaltlichen Ebene:
Täterstrategien zu (er)kennen kann uns und andere vor weiterer Gewalt schützen. Ein solidarischer und unterstützender Umgang unter Flinta* und marginalisierten Personen schützt und bestärkt uns.
Wir bringen durch unsere Erfahrungen einen Fokus auf den Umgang mit queerfeindlichen und sexistischen Situationen mit. Wir glauben aber, dass die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Übungen auch übertragbar auf andere Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen sind und laden den Austausch darüber sehr ein.

Wir achten auf ein traumasensibles Setting.
Alle Übungen sind immer freiwillig. Wir spielen keine schweren Gewaltvorfälle nach, sondern setzen an den kleinen Alltagsmomenten an. Wir arbeiten mit verschiedenen Methoden aus WenDo, Theater der Unterdrückten, Psychodrama, Tanz und bringen mit was uns inspiriert und bestärkt hat. Alle Körper sind willkommen – alle Körper können sich wehren!

Für eine angstfreie, selbstbestimmte und liebevolle Haltung sich selbst und der Welt gegenüber.