Inklusion und Bildung

Leichte Sprache? Klick Hier!

Inklusion bedeutet nicht, dass sich einzelne Menschen in Systeme integrieren und sich ihnen anpassen müssen oder von anderen integriert werden sollen! Sondern Inklusion geht davon aus, dass Systeme so gestaltet sind, dass alle Menschen von Anfang an mitgedacht werden und die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. 
Um inklusiv zu sein und inklusiv arbeiten zu können, ist es essentiell, gemeinsam alle möglichen Barrieren für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen mitzudenken und aus dem Weg zu schaffen bzw. zu minimieren.

Jeder Mensch hat das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe! Dieses Recht versucht die Idee der Inklusion bedingungslos umzusetzen. In inklusiven Zusammenhängen müssen marginalisierte Menschen (also zum Beispiel Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, BIPoC, Geflüchtete, LGBTQIA+, Flinta* Personen,…) nicht erst “integriert” werden, alle gehören immer bedingungslos dazu und jede*r kann nach seinen*ihren individuellen Möglichkeiten und Vorlieben mitprägen und mitgestalten, oder auch einfach nur dabei sein. Um Teilhabe zu ermöglichen und das Potenzial eines jeden Menschen zuzulassen, müssen mögliche Barrieren immer wieder reflektiert und verringert werden. Das Ziel ist die “Barrierefreiheit”. Damit meinen wir nicht nur einen rollstuhlgerechten Ort, Barrierefreiheit bedeutet sehr viel mehr. Barrieren können all das sein, was Menschen daran (be)hindert, etwas zu tun, obwohl sie es eigentlich gerne machen würden. Erst Barrieren machen Menschen be-hindert. Auch Sprache ist eine große Barriere für viele Menschen. Deshalb arbeiten wir auch mit Leichter Sprache. fem*ergenz versucht, ihre Angebote so barrierearm wie möglich zu gestalten. 

Dies kann natürlich nur ein Versuch sein, Inklusion zu leben und zu ermöglichen. Es kann nur ein Anfang sein, inklusive Gedanken und deren praktische Umsetzung in emanzipatorische, politische Kontexte zu bringen. Doch wir wollen zeigen, dass Inklusion und politische Bildungsarbeit kein Widerspruch, sondern möglich ist. Inklusion und damit auch inklusive Bildungsarbeit ist die Voraussetzung und damit essentiell für unseren Kampf nach einer gerechteren Welt. Doch dafür müssen endlich alle Menschen den Zugang zu politischer Bildungsarbeit bekommen können. fem*ergenz will Beispiele aufzeigen, wie Inklusion in politischer Bildungsarbeit umgesetzt werden kann und was dabei alles mitgedacht werden muss. Doch dieses “alles” werden wir nie wissen. Denn auch wir sind, wie wir alle, geprägt von exklusiven Tendenzen und nicht frei von “-ismen”, zum Beispiel von Ableismus. 
Und um abschließend bei dem Wort “exklusiv” zu bleiben: Inklusion schließt “exklusive Räume” nicht aus, sondern braucht sie sogar, zum Beispiel einen Safer Space für Frauen* mit Behinderung. Damit sich alle wohl fühlen und gute Lernbedingungen geschaffen werden können, braucht es auch Räume, Angebote und Situationen, in denen sich Menschen mit ihren individuellen (z.B. sprachlichen) Voraussetzungen und Fähigkeiten angesprochen und abgeholt fühlen. Deshalb gibt es zum Beispiel Angebote, die nur in “Leichter Sprache” oder nur in “schwerer Sprache” sind (möglicherweise um Leichte Sprache zu lernen? ;-).


Basisworkshop

Leichte Sprache

– Veranstaltungen inklusiver machen –


Politische Bildungsarbeit muss endlich inklusiver werden!
Räumliche Barrierefreiheit, wie zum Beispiel Räume mit dem Rollstuhl zugänglich zu machen, wird immer häufiger mitgedacht, Möglichkeiten für Menschen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen ebenfalls. Doch damit ist Barrierefreiheit für alle noch lange nicht erreicht! Menschen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind, gehen in der Diskussion um Inklusion und Barrierefreiheit oft unter. Zu diesem Personenkreis gehören beispielsweise Menschen mit Lernschwierigkeiten und sogenannter geistiger Behinderung sowie Menschen, die Deutsch lernen. Damit diese Menschen auch endlich die Möglichkeit haben, an politischen Bildungsangeboten teilzuhaben, braucht es Kenntnisse in Leichter Sprache.
Daher richtet sich dieser Workshop an politische Bildner:innen und Referent:innen und alle die, die gerne inklusive Workshops & Veranstaltungen auf die Beine stellen wollen. Denn Leichte Sprache geht uns alle etwas an und Teilhabe sowie inklusives Miteinander ist nur möglich, wenn alle dazu beitragen.
In dem Workshop wollen wir uns mit dem Konzept und den Regeln Leichter Sprache auseinandersetzen sowie üben, in Leichter Sprache zu sprechen und zu schreiben. Außerdem wollen wir gemeinsam überlegen, wie sich inklusive Bildungsveranstaltungen verwirklichen lassen. Die Referentin von fem*ergenz wird bei dem Workshop von einem Menschen mit Trisomie 21, der auf Leichte Sprache angewiesen ist, unterstützt. Außerhalb des “direkten Übens” wird im Workshop jedoch eher in “schwerer Sprache” gesprochen.